I. Die kontaktlinseninduzierte Konjunktivitis

A. Mögliche Ursachen

Bakterielle Kontamination, Pflegemittelallergie, trockenes Auge, Sauerstoffmangel. Tight lens, mixed solution


B. Symptome
Fremdkörpergefühl, Juckreiz, schleimige oder eitrige Absonderung


C. Klinischer Befund

Die konjunktivale Injektion der Bindehaut kann je nach Schweregrad in 4 Stadien eingeteilt werden:

  • 0 = keine: keine Hyperaemie
  • 1 = ansatzweise: leichte, örtlich begrenzte Hyperaemie
  • 2 = mild: milde, diffuse Hyperaemie
  • 3 = mäßig: ausgeprägte, örtlich begrenzte oder diffuse Hyperaemie
  • 4 = schwer: diffuse Hyperaemie im skleralen oder episkleralen Bereich


Konjunktivale Injektion
Konjunktivale Injektion Stadium 2 bis 3


D. Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache.

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II. Die Gigantopapilläre Konjunktivitis (GPC)

Die GPC war früher eine häufige Komplikation. Seit der Einführung der Austauschlinsen ist sie viel seltener geworden. Dennoch sollte das Ektropionieren des Oberlids Bestandteil jeder Kontaktlinsenuntersuchung sein.

A. Mögliche Ursachen

Immunologische Reaktion auf Linsenablagerungen, mechanischer Reiz (z.B. Silikonhydrogellinsen der ersten Generation).

Konjunktivale Injektion

B. Symptome

Nachlassender Tragekomfort, Fremdkörpergefühl, Juckreiz, schleimige Absonderung, Verschmutzen der Linsen, verschwommenes Sehen, erhöhte Linsenbeweglichkeit


C. Befund

1. Topographische Einteilung

Die Konjuntiva tarsi des Oberlids wird in 5 Zonen unterteilt:

Die Konjuntiva tarsi des Oberlids wird in 5 Zonen unterteilt:


2. Einteilung nach dem Schweregrad

Die konjunktivale Injektion der Bindehaut kann je nach Schweregrad in 4 Stadien eingeteilt werden:

  • 0 = keine: einheitliches seidenartiges Aussehen
  • 1 = ansatzweise: strukturlose, leichte Injektion der Konjunktiva
  • 2 = mild: schwache oder verstreute Follikel mit einem Durchmesser unter 1 mm
  • 3 = mäßig: signifikante Papillen/Follikel, Durchmesser unter 1 mm und/oder auffällige Injektion der Konjunktiva,
    Einfärbung der Spitze einer Papille
  • 4 = schwer: örtlich begrenzt oder verstreutes Papillen/Follikel, Durchmesser ab 1 mm, Einfärbung der Spitzen von mehr als ein Follikel/Papille


D. Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache.

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Hornhautbefunde


                                
  rechtes Auge linkes Auge
Konjunktivale Injektion

Die Hornhaut kann topographisch in 5 Zonen unterteilt werden:

  • 1 oder C: central
  • 2 oder S: superior
  • 3 oder N: nasal
  • 4 oder I: inferior
  • 5 oder T: temporal


III. Anfärbung der Hornhaut (KPS, 3-9 Uhr Stippen, Erosio...)


A. Mögliche Ursachen

Mechanisch, toxisch, Sicca-Syndrom, Hornhauthypoxie, Infektion


B. Symptome

Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Lichtscheu


C. Befund

Punktförmige bis großflächige Anfärbung der Hornhaut. Je nach Schweregrad können die Befunde wie folgt eingeteilt werden:

  • 0 = keine: keine Anfärbung
  • 1 = ansatzweise: geringe oberflächliche Anfärbung oder Stippen
  • 2 = mild: regionale oder diffus angefärbte Pünktchen
  • 3 = mäßig: dichte verschmelzende Anfärbung bis ca. 2 mm Durchmesser
  • 4 = schwer: dichte, verschmelzende Anfärbung über 2 mm Durchmesser.

anfärbung Hornhaut

Diffuse Anfärbung der Hornhaut Stadium II

Anfärbung der perifären HH Stadium III

Regionale verschmelzende Anfärbung der peripheren HH Stadium III (3-9 Uhr Stippen bei formstabilen Linsen)

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IV. Hornhautneovaskularisation


A. Ursache

Sauerstoffmangel, mechanische Irritation


B. Symptome

Keine


C. Befund

Die Hornhautneovaskularisation kann nach der folgenden Bewertungsskala eingeteilt werden:

  • 0 = keine: kein Eindringen von Kapillargefäßen über den Limbus
  • 1 = ansatzweise: unter 1,00 mm tiefes Eindringen von Kapillargefäßen
  • 2 = mild: 1,00 bis 1,50 mm tiefes Eindringen von Kapillargefäßen
  • 3 = mäßig: 1,50 bis 2,00 mm tiefes Eindringen von Kapillargefäßen
  • 4 = schwer: tiefes Eindringen von Kapillargefäßen über 2mm

anfärbung Hornhaut

Hornhautneovaskularisation Stadium IV durch eine festsitzende formstabile Kontaktlinse

Anfärbung der perifären HH Stadium III

Ausgeprägte Hornhautneovaskularisation Stadium IV durch eine HEMA-Linse

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V. Hornhautinfiltrate

A. Periphere Infiltrate (CLPU)


1. Ursachen

Besonders häufig beim vT-Tagen von weichen Kontaktlinsen. Es wird angenommen, daß diese rundliche Infiltrate durch Exotoxine von Bakterien verursacht werden.


2. Symptome

Periphere Randinfiltrate können asymptomatisch sein. Im Akutstadium klagen die Patienten über ein Fremdkörpergefühl, leichte Schmerzen, Photophobie und Epiphora sind möglich.


3. Befund

Es handelt sich um eine periphere rundliche weiße, scharf begrenzte Trübung der Hornhaut. Ein Epitheldefekt ist anfangs möglich, es handelt sich jedoch nicht um ein Geschwür im üblichen Sinne sondern, um eine umschriebene Ansammlung von Leukozyten. Die angelsächsische Bezeichnung CLPU (Contact Lens induced Peripheral Ulcer) ist daher irreführend. Im Spätstadium wird eine kleine weiße Narbe beobachtet.

  • 0 = keine: kein Eindringen von Kapillargefäßen über den Limbus
  • 1 = ansatzweise: unter 1,00 mm tiefes Eindringen von Kapillargefäßen
  • 2 = mild: 1,00 bis 1,50 mm tiefes Eindringen von Kapillargefäßen
  • 3 = mäßig: 1,50 bis 2,00 mm tiefes Eindringen von Kapillargefäßen
  • 4 = schwer: tiefes Eindringen von Kapillargefäßen über 2mm

Anfärbbares  Randinfiltrat

Anfärbbares Randinfiltrat der Hornhaut im Frühstadium


scharf begrenztes Randinfiltra, typisch

Typisches, rundliches, scharf begrenztes Randinfiltrat der Hornhaut.

 

B. Nummuläre Hornhautinfiltrate


1. Ursache

Nummuläre Infiltrate werden häufig im Rahmen einer Kontaktlinsen induzierten Keratokonjunktivitis ( „Contact Lens Acute Red Eye“ oder CLARE) beim nächtlichen Tragen von ungeeigneten Linsen beobachtet. Es handelt sich um eine Leukozyteninfiltration der Hornhautoberfläche. Ein Sauerstoffmangel der Kornea und die Aufbewahrungslösung der Linsen sind häufige Ursachen dieser Entzündungsreaktion. Allergische und toxische Ursachen werden ebenfalls diskutiert.


2. Symptome

Kontaktlinsenunverträglichkeit, Lichtscheu, Rötung der Augen.


3. Befund

Oberflächliche weisse Trübungen der Hornhaut, das Epithel färbt sich nicht an, die Vorderkammer bleibt reizfrei. Die Hornhautinfiltration kann in 4 Stadien eingeteilt werden:

  • 0 = keine: keine Infiltrate
  • 1 = ansatzweise: 1 bis 5 Epithelinfiltrate
  • 2 = mild: 6 bis 8 Epithelinfiltrate
  • 3 = mäßig: über 8 Epithelinfiltrate
  • 4 = schwer: Auftreten von Infiltraten im Stroma

Hornhautinfiltration Stadium 3

Nummuläre Hornhautinfiltration Stadium 3 bei massiver Kontamination der Aufbewahrungslösung von Austauschlinsen durch Serratia liquefaciens

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VI. Hornhautulkus

Hornhautgeschwür
"Hornhautgeschwür (Bakterielle Keratitis)"
  Hornhautgeschwür
"Hornhautgeschwür (Bakterielle Keratitis)"

A. Ursache

Substanzdefekt der Hornhaut durch Bakterien, Viren, Pilzen oder Amoeben.


B. Symptome

Starke Rötung, Schmerzen, Lichtschtscheu, eitrige Absonderung.

C. Befund

Meist Zentrale oder parazentrale Trübung der Hornhaut mit Ulzeration, Vorderkammerreizzustand.